Der Materialgebrauch spielt immer eine wichtige, selbständige Rolle in den Werken von Walter Rast. Sand, Zement, pure Pigmente, Metall und Papier werden mittels verschiedener Techniken auf das Leinwandgewebe aufgetragen. Infolgedessen entsteht eine geschichtete, belebte Darstellung.
Das neueste Werk von Walter Rast sieht ‘robust’ aus. Stringent ausgeführt mit einer mäßigen, aber schönen und wirksamen Farbenwahl. In seiner Suche nach Reinheit verzichtet er auf ein Übermaß an Farbe. Was bleibt, ist die Aussagekraft der Haut des Gemäldes, die scheinbar verletzliche Haut, die eine Botschaft über die Vergänglichkeit in sich trägt.
Blei und hauchdünne Blattgoldteilchen stellen durch ihren Gegensatz die Dualität im Leben - ein immer zurückkehrendes Thema im Werke Walter Rasts - dar. Zugleicherzeit symbolisieren sie den alchimistischen Trieb des Menschen zur Goldschaffung.
Das Werk ist dekorativ in positiver Bedeutung des Wortes. Nicht in dem Sinne, daß es ausschließlich auf Schönheit zielt, sondern auch nach Inhalt sucht. Die Urformen, die dadurch entstehen, verweisen intuitiv nach alten Geschichten, dabei vom Materialgebrauch, von den Formen und Farben und vom Spiel mit dem Text geprägt.
In seiner einzigartigen Arbeitsweise sucht er immer neue, andere Wege um Ideen zu verbildlichen. Die jüngsten Werke zeigen das ganz deutlich. Die menschliche Figur tritt immer mehr in den Vordergrund. Nachdrücklich ist die Suche nach der Grenze zwischen dem Zwei- und Dreidimensionalen spürbar. Vor allem seine akademischen Studien der großen Meister sind heute Anlass zum Experiment. Dadurch, daß er sie auf eigene Art und Weise in das Werk einfügt, entsteht eine aufmerksame, verfremdende Ergänzung im Bild.